elshan ghasimi

Zarathustra | Elshan Ghasimi und Neda Ahmadi auf dem Klangteppich-Festival Berlin

Plakat „Festival für Musik der iranischen Diaspora, 22.–23. Juni, Salon am Moritzplatz“

Liebe Freunde der persischen Musik und Kultur,

es freut uns Sie und Euch auf eine besondere Veranstaltung in Berlin an diesem Freitag aufmerksam zu machen. Zum ersten mal tritt Elshan Ghasimi mit der experimentellen Animateurin Neda Ahmadi im Duo auf. Das Ganze gewinnt dann sogleich auch eine epische Dimension: Die beiden Künstlerinnen haben sich den zentralen Schöpfungsmythos der alt-persischen Religion Zarathustras zum Sujet und zur Aufgabe gemacht: Kompositionen in Sand, Klang und Raum für Auge, Ohr und Intellekt.

Das visuelle Konzert findet diesen Freitag, den 22. Juni, um 21 Uhr auf dem  Klangteppich-Festival für Musik der iranischen Diaspora statt. Das Festival wurde von der Journalistin Franziska Buhre und dem Musiker und Musikwissen-schaftler Ali Choolae organisiert und bringt eine außergewöhnliche Gruppe an Künstlerinnen und Künstlern weit-greifenden musikalischen Kolorits zusammen. Insgesamt gibt es acht Veranstaltungen die jeweils Freitag und Samstag um 18 Uhr am Salon am Moritzplatz beginnen.

Weitere Infos finden Sie hier

Der offizielle Text des Festival:

"Das Festival präsentiert gegenwärtiges Musikschaffen von in Berlin lebenden Musiker_innen aus dem Iran in neuen künstlerischen Begegnungen. Persische Instrumente sind in neuen Klangumgebungen zu entdecken, die Stimme erklingt in Erzählungen und Gesang in mehreren Sprachen. Die Mannigfaltigkeit erinnerter und vorausgehörter Klänge entfaltet sich zu einem prachtvollen Gewebe, das die Musiker_innen und Hörenden gemeinsam zusammenknüpfen.

In der ersten Festivalausgabe ist die Tar als Solo-Instrument, im Verbund mit Live-Visuals und als Gefährtin von Ney und Perkussion zu erleben, Kamancheh und Tabla begegeben sich auf die Pfade der Seidenstraße. Die Ornamentik klassischen persischen Gesangs oszielliert in digitaler Klangsynthese, Erzählungen auf Aserbaidschanisch und Türkisch treten in einen Dialog mit zeitgenössischen Interpretationen persischer Lyrik. In elektronischen Klangschichten schließlich, finden die Rhymten von Tonbak und Daf ihren Widerhall."

Also nochmals  und mit angemessener Emphase: Eine herzliche Einladung zum Festival an diesem Freitag und Samstag, ab 18 Uhr im Salon am Moritzplatz. Als kleines Apercu und Muntermacher der Trailer des ersten Auftritt des Ensembles 'Das Auge des Divans' (Gerhardt/Ghasimi) vom Anfang des Jahres. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Elshan Ghasimi und das gesamte Bublitz-Netzwerk

 

Neuer Ausstellungszyklus: Elies Miniatures | Ghasimi, Martychowiec und EBA

Elshan Ghasimi

Elies Miniatures I - II
Ein Garten singender Objekte & Archivblumen

 

Im August 2015 führte Bublitz ein Interview mit dem Mathematiker und Koranforscher, Chemiker und Magier, Dichter und Programmierer El Arbi Bouqdib. Bouqdib verstarb im darauffolgenden März. 2017 gründeten wir zusammen mit der Familie Bouqdib das El Arbi Bouqdib Archive. Nun wird dieses 'aktiviert' und beginnt zu sprechen.

Im Gespräch mit El Arbi Bouqdib im August 2015: zwei Männer sitzen mit einem Laptop in einem Garten

Im Gespräch mit El Arbi Bouqdib im August 2015


 

Ein neues Format, ein neuer Ausstellungszyklus wird ins Leben gerufen. Am 4. Juni in Berlin und am 10. Juni in Bremen werden 38 Kompositionen aus der Reihe Elie's Miniatures uraufgeführt. Ausgehend von der Arbeit der klassischen persischen Musikerin Elshan Ghasimi, werden unterschiedliche künstlerische Genres zusammengeführt und miteinander verknüpft. Ein Zentaur aus Konzert und Ausstellung. Concert-Exhibitions.

Um Ihnen einen lebendigen Einblick auch der Bublitz-internen Prozesse zu geben, erlauben wir uns, folgende Notiz abzudrucken.

1-1 Magnetfeldgenerator

Magnetfeldgenerator | Magnetic Field Generator (frühe 90er)


 

Notiz von Julian Malte Hatem Schindele | 27. März 2018

Nun steht also der Plan, wer hätte gedacht, dass plötzlich alles so schnell geht?? Elshan Ghasimi hat vorgeschlagen, ich dankbar angenommen. Sie möchte 38 Objekte aus dem Nachlass El Arbi Bouqdibs vertonen. Sie übersetzen in ihre eigene Sprache der klassischen persischen Musik. Im Dialog mit vagen Vergangenheiten.

Die Inszenierung der Objekte/Souvenirs/Relikte – wie soll ich diese Erinnerungssteine denn nennen? – wird Michal Martychowiec übernehmen. Die Objekte, ihre symbolische Qualität, bilden so einen vielstimmigen Chor, der aus dem Leben Bouqdibs berichtet.

Dabei ist es mir als Kurator, der mit so unterschiedlichen KünstlerInnen wie einer persischen Musikerin und mit Martychowiec, mit einem intellektuellen Befrager der Kunstgeschichte des 20. Jahrhundert arbeitet, Anliegen, diese unterschiedlichen Modi, Möglichkeiten und Qualitäten in eine gemeinsame Form zu bringen. Hierfür braucht es jedoch einen neuen Begriff... Gerade ist mir der Begriff der Concert-Exhibition in den Kopf gekommen. Schließlich handelt es sich doch zum einen um Konzerte Ghasimis, die im selben Moment auch Ausstellungen sind. Ephemeres und Dauerhaftes...

Ja, es ist eine große Frage, wie ein Leben erzählt werden kann. Und ich bin glücklich, dass diese lange Erzählung aus Bouqdibs Leben, seiner Zeit, seiner Person und seiner Arbeit mit Musik beginnt. Denn was könnte freier sein, als sich so, fast tänzerisch anzunähern?

Das Anliegen ist die poetische Rekonstruktion der Vergangenheit. (Ver)Dichtung und Wahrheit. Ich bin sehr glücklich, dieses Projekt betreuen und kuratieren zu dürfen.

März 2018 (1429 nach Mohammed)

1-4 Rosicrucian Ephemeris 1900-2000: At Midnight, 0 Hour Tdt

Rosicrucian Ephemeris 1900-2000: AtMidnight, 0 Hour Tdt | April 1947 – May 1947 (1984)

Führerausweis # 310723

Führerausweis # 310723 | Permis de conduire # 310723 (17. Dezember 1974)

Der Diwan des Shaykh Muhammad Ibn Al Habib (1876–1981): ein kleines blaues Buch mit arabischem Titel vor schwarzem Hintergrund

Der Diwan des Shaykh Muhammad Ibn Al Habib | The Desire of the Travelling Murids and the Gift of the Wayfaring Gnostics |
Das Verlangen der reisenden Muriden und das Geschenk der fahrenden Gnostiker (1876 – 1981 AD)


 

Fühlen Sie sich hiermit herzlich eingeladen zu den Veranstaltungen am 10. Juno in die Bremer Friedenskirche und am 4. Juni in das Literaturhaus Lettrétage in Berlin!

Auf der Website Ghasimis und im Bublitz Thesaurós zum El Arbi Bouqdib Archive finden Sie mehr, um sich einige weitere Bilder zu machen.

Dank für die Lektüre und wir freuen uns über Ihr Interesse,

Das Team von Bublitz

Postkarte „Persische Klassik – Neue Kompositionen von Elshan Ghasimi“, Konzert am 10. Juni 2018 in der Friedenskirche Bremen, mit einem Foto der Musikerin neben einer Skulptur

KURZ-INFORMATIONEN

Concert-Exhibition am 4. Juni 2018 | Berlin
Beginn 20 Uhr | Einlass ab 19:15 Uhr
Lettrétage Berlin | Mehringdamm 61

Eintritt 10€ (5€)

 

Concert-Exhibition am 10. Juni 2018 | Bremen
Beginn 19 Uhr | Einlass ab 18:15 Uhr
Friedenskirche Bremen | Humboldtstraße 175

Eintritt 12€ (8€)

Das Auge des Divans or another Historic Encounter of East and West

Die Bublitz gGmbH ist bekanntermaßen ein Unternehmen und eine Unternehmung, die sich dem Satz 'Die Beständigkeit des Wandels' verschrieben hat. Als Pionierprojekt und mobiles Museum gestartet, begleitet sie heute u.a. auch fünf Künstlerinnen und Künstler im Arbeitsbereich Thesaurós, dem Schatzhaus.

Eine von ihnen ist die persische Musikerin, Komponistin und Performancekünstlerin Elshan Ghasimi. Seit 2017 formiert Ghasimi zusammen mit der Gambistin Christiane Gerhardt das Duo 'Das Auge des Divans'. Ein Projekt mit durchaus geopolitischem Anliegen; wie man dieser Tage unterstreichen muss.

Die beiden Künstlerinnen äußern sich wie folgt zu diesen Synthesen ihrer Zusammenarbeit:

"Orient und Okzident, schon immer getrennt, schon immer vereint. In dem Zusammenspiel zwischen der iranischen Tar und der europäischen Viola da Gamba erinnern wir an diese jahrtausendealten Verbindungen zweier großer Kulturkreise und begeben uns auf eine fruchtbare Reise.

Wir bereichern uns an der Orientatlität des Westens und feiern umgekehrt den mindestens 2500jährigen Kulturtransfer von West nach Ost. Mit Lust schweifen wir durch Länder und Zeiten; laden unsere Zuhörer_innen ein, globale Flaneure zu werden: Irische und englische Volksmelodien, Kompositionen des Barock, sephardische und russische Weisen in noch ungehörtem Zusammenspiel mit Klassischer Persischer Musik."

So verweben Christiane Gerhardt auf der Viola da Gamba und Elshan Ghasimi auf der Tar in ihren Improvisationen, Interpretationen und Neukompositionen beide Kulturen, im Sinne des Wortes, grenzenlos miteinander.

Im Namen dieses Duos, das am 7. Februar 2018 um 20:00 Uhr im Berliner Literaturhaus Lettrétage nicht nur Premiere, sondern das historisch erstmalige Zusammentreffen zweier sich bis dato fremder Instrumente feiert, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Das Auge des Divans
Musik aus Orient und Okzident mit Christiane Gerhardt und Elshan Ghasimi

7. Februar 2018 | 20 Uhr
Lettrétage Berlin | Adresse: Mehringdamm 61, 10961 Berlin

Cathedral – Hermenweihung

© M. Schwarzmann

© M. Schwarzmann

Während der Performance Cathedral von Elshan Ghasimi wurde eine weitere „Hermenweihung“ vollzogen.

Es handelt sich um die Hermen Kathedrale von Laon, Kathedrale von Ely und Aachener Dom.

Neue Thesaurós-Künstlerin Elshan Ghasimi

Die Bublitz gGmbH freut sich mit Elshan Ghasimi die fünfte Künstlerin im exklusiv-kosmogonischen Kreis von Thesaurós zu begrüßen.

Elshan Ghasimi ist eine persische Musikerin und Performance-Künstlerin. Sie ist eine der bekanntesten Solistinnen ihrer Generation, ihr Instrument ist die Langhalslaute Tar.

Mit 17 Jahren jüngstes Mitglied des iranischen Nationalorchesters, studierte sie bei unterschiedlichen Meistern in Teheran und Baku (Mohammad-Reza Lotfi, Dariush Talai, Hossein Alizadeh u.v.a.) die persische und die sogenannte kaukasische Tar.

In ihren Kompositionen und Performances greift Ghasimi immer wieder literarische Themen auf (Brecht, Gilgamesch, Nizām al-Mulk u.a.) und sucht in genreübergreifenden Kollaborationen (alte Musik, Jazz, elektronische Musik) die persisch klassische Musik mit westlichen Paradigmen zu verschmelzen. Sie schreibt für wissenschaftliche Journale über Musik.

MNEMOSYNE Prelude – Elshan Ghasimi

Ghasimi's sieben-stündiges Stück The letter of politics or rules for kings bettet sich in eine größere, mit etwa 30 Performern erarbeitete Veranstaltung: Die Könige. Diese ist wiederum Höhepunkt und Abschluss der von Barbara Caveng und Dachil Sado federführend entwickelten Ausstellung Einsichten in flüchtige Leben die seit Anfang des Jahres im Museum europäischer Kulturen stattfindet.

Ghasimi wählt mit dem Titel The letter of politics or rules for kings den Ruf an ihren persischen Landsmann Nizam al-Mulk (1018 – 1092 n.Chr.), an diesen größten unter den Großwesiren, der das Seldschuken-Imperium über mehrere Generationen leitete. Dieser verfasste auch ein Buch der Staatskunst, das wohl bereits Macciavelli beeinflußte und dessen Titel sich die Künstlerin leiht. Ein Handbuch des Regierens und damit der klugen Strategie.

Im selben Moment ist Ghasimis Auftritt das zweite Präludium für Mnemosyne. Ein Vorspiel für eine Göttin der Zukunft – das Wort 'memory' stammt u.a. von ihr – und eine Erinnerung daran, dass Kultur immer ein Auseinandersetzungsphänomen, synkretistischer Kristall, ein Ergebnis unerzählter Dialoge ist.

Über: daHEIM: Einsichten in flüchtige Leben & die Könige

In einem viermonatigen Prozess des Erprobens und Erforschens wurden Geschichten und Gedanken von Menschen, die Europas Ufer barfuß betreten haben, gemeinsam mit Ansässigen in Bewegung, Klang, Laut und Installationen umgesetzt. Epen, Fragebögen, Gedichte und Wortfetzen bilden das Gerüst der 7-stündigen Performance: Gilgamesch und Enkidu, Afamia und Damaszener Rose, Menschen, Löwen und Mäuse, Rechte und Tatsachen. Metallbetten-Perkussion, bewegte Bilder, wohltemperiert erklingt die Tar. Ein Witz - Eine Stunde Stille....

UTC 7 HOURS PARALLEL PERFORMANCE, 01. Juli 2017, ab 13 Uhr

Einlass jederzeit, Eintritt frei