Publikum auf den geschwungenen weißen Rängen des Tieranatomischen Theaters

Was man mit einem Erbe anfängt | 30. und 31. Oktober im TA T

Publikum auf den geschwungenen weißen Rängen des Tieranatomischen Theaters

Liebe Freundinnen und Freunde nie vergangener Klänge und Rhythmen,

am 9. und 10. Oktober haben wir im TA T – Tieranatomisches Theater die Uraufführung von Dastgāh-e Chahārgāh gefeiert und damit das zweite Kapitel von Elshan Ghasimis Die Reinterpretation des Radīf eröffnet. Im Anschluss an das zweite Konzert sprach der iranische Schriftsteller und Übersetzer Mahmoud Hosseini Zad über die Möglichkeiten und Grenzen kultureller Übersetzung – über Zensur, politische Zuschreibungen und die Frage, wie Erfahrungen zwischen Iran und Deutschland vermittelt werden können, ohne ihre Fremdheit einzuebnen.

Wir danken allen, die dieses Eröffnungswochenende mit uns erlebt haben. Unser besonderer Dank gilt Paz Ponce, Felix Sattler und dem gesamten Team des TA T, durch deren Unterstützung diese konzentrierten und sehr schönen Begegnungen möglich wurden.

Elshan Ghasimi spielt Tar, von oben gesehen, und hebt die rechte Hand
Zuhörende lehnen auf der weißen Brüstung der Ränge und blicken nach unten

Was man mit einem Erbe anfängt

„Man empfängt etwas, für das man nicht selbst verantwortlich war – und wird verantwortlich dafür, was man damit anfängt.“

Der Satz ist der begleitenden Publikation zu Die Reinterpretation des Radīf entnommen. Er bezeichnet zugleich einen Kern von Elshan Ghasimis Arbeit: Der Radīf erscheint bei ihr weder als unveränderlicher Besitz noch als bloßes historisches Material. Sie arbeitet aus seiner inneren Ordnung heraus und setzt die Überlieferung fort, indem sie diese in eine eigene musikalische Gegenwart überführt.

Gespräch im Tieranatomischen Theater von oben gesehen: zwei Männer sitzen, ein dritter steht daneben

Fortsetzung am 30. und 31. Oktober

Am kommenden Wochenende wird Dastgāh-e Chahārgāh im Tieranatomischen Theater erneut zu erleben sein:

Freitag, 30. Oktober 2026, 19 Uhr – Konzert
Samstag, 31. Oktober 2026, 16 Uhr – Konzert, anschließend Gespräch mit Mona Mirkamali

Besonders hinweisen möchten wir auf den Samstag: Im Anschluss an das Konzert sprechen wir mit der Musikwissenschaftlerin und Radīf-Expertin Mona Mirkamali darüber, was wir gerade gehört haben. Ausgehend von Dastgāh-e Chahārgāh erläutert sie die innere Ordnung des Radīf und seine Überlieferungslinien.

Der Eintritt ist frei. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um vorherige Anmeldung:

Wichtiger Hinweis zur Anreise

Wegen Bauarbeiten sind die Zugänge zum Campus Nord über die Friedrichstraße/Claire-Waldoff-Straße und die Reinhardtstraße (Panketor) derzeit geschlossen. Wir empfehlen den Zugang über die Luisenstraße. Bitte planen Sie etwas zusätzliche Zeit ein und beachten Sie den aktuellen Stadtplan. Zudem ist die Verwendung von Google Maps zu empfehlen.

TERMINE UND ANMELDUNG ÜBER EVENTBRITE

Ausblick

Am 19. November ist Dastgāh-e Chahārgāh in einem zusätzlichen Konzert an der Freien Universität Berlin zu erleben. Über diesen besonderen Termin werden wir noch gesondert informieren.

Wir freuen uns darauf, Sie im Tieranatomischen Theater zu begrüßen.

Herzlich
JMH Schindele
Bublitz

Konzertförderung und Partner: Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin; Projektpartner Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst, TA T, Temporal Communities, Freie Universität Berlin, Zentrum für Kulturtechnik, Goethe-Institut, Humboldt-Universität zu Berlin, Katholische Akademie in Berlin, Bublitz
Plakat „Reinterpretation des Radif“ mit Elshan Ghasimi, Porträt mit geschlossenen Augen in rotem Licht

Gestaltung: Masoud Morgan · Fotografien: © Dovile Sermokas © Arnaud Ele