El Arbi Bouqdib Archive

El Arbi Bouqdib (frühe 70er)
El Arbi Bouqdib (2013)

Über das El Arbi Bouqdib Archive

Als El Arbi Bouqdib im März 2016 in Bremen verstarb, hinterließ er maßlose und noch zu vermessende Geheimnisse. Um seinen Nachlass zu verwalten und zu strukturieren, wurde 2017 das El Arbi Bouqdib Archive gegründet. Als Teil von Bublitz Thesaurós hat es das Anliegen, aus dem Leben und von der Arbeit Bouqdibs zu berichten.

Ziel des El Arbi Bouqdib Archives und aller mit diesem verbundenen künstlerischen und kuratorischen Tätigkeiten ist die poetische Rekonstruktion des Leben Bouqdibs und die Präsentation, Einbettung und Hinterfragung seiner in jahrzehntelanger Arbeit entstandenen Forschungsergebnisse. Diese erzählende und poetisierende Form der Aufarbeitung ist das Werk einer wachsenden Zahl unterschiedlicher Autoren und Autorinnen.

Der im Juni 2018 begonnene vielteilige Ausstellungszyklus Elies Miniatures und die Concert-Exhibitions die dieser beinhaltet, sind dabei die erste poetisch-hermeneutische Annäherungen und ersten Schritte der Aufarbeitung und Erzählung über El Arbi Bouqdib.

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Über El Arbi Bouqdib

"Ich habe mir schon immer die Kunst gewünscht, wenn es regnet,
den Regen durch Erklärungen in Sonnenschein umzuwandeln."

Aus einem Notizbuch E. Bouqdibs, 1987

Als El Arbi Bouqdib am 12. März 2016 starb, hinterließ er maßlose und noch zu vermessende Geheimnisse. Bouqdib beschäftigte sich mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Wissensbereiche. So arbeitete er als Mathematiker u.a. an dem Beweis des großen Fermatschen Satzes, schrieb Computerprogramme, beschäftigte sich mit der Physik des Denkens, versuchte sich dem 'Handlesen' wissenschaftlich zu nähern, arbeitete zu magischen Quadraten und stellte selbst eine Farblehre auf. Bis in seine letzten Stunden arbeitete er an der Entschlüsselung des großen Zahlencodes, den er im Koran vermutete.

Bouqdib wurde 1947 in Marokko geboren. Er entstammt einer Sufifamilie und war seit früher Jugend genauso von der Wissenschaft wie dessen Grenzphänomenen fasziniert. So forderte er mich bei einem Interview, das ich für "Bublitz" im vergangenen August führte, auf, jede seiner Feststellungen zu überprüfen und in "das Licht der Wissenschaften und Falsifizierung" zu stellen.

Mit 19 Jahren zog er nach Europa, lebte in unterschiedlichen Städten und Ländern. Sicherlich müsste man ihn in diesen jungen Jahren als flamboyant bezeichnen. So schrieb er Gedichte und Geschichten, fuhr Motorradrennen, war Wissenschaftler und Mitarbeiter des LSD-Forschers und Chemikers Albert Hoffmann. In den letzten dreißig Jahren, die er in Deutschland verbrachte, war er jedoch isolationistisch und eigenbrötlerisch.

Bublitz wurde nun ein großes, ungeordnetes Konvolut unterschiedlicher Materialien zur Verfügung gestellt. Dieses besteht aus Notizbüchern, Fotos, etwa einem Dutzend von Bouqdib verfassten, jedoch niemals veröffentlichen Büchern, ungesichteten Festplatten und weiteren Dokumenten. Die nun anstehende Aufgabe ist es, diese zu archivieren und im Dialog mit der Familie eine angemessene Präsentationsform zu entwickeln, um die Person, aber insbesondere die Arbeit des Wissenschaftlers, Forschers und Mystikers, aber auch des unter der Perspektive der Kunst akribischen Outsider-Künstlers zu vermitteln.

JMH Schindele, Sommer 2016


Einige Bücher aus der Bibliothek El Arbi Bouqdib

„Ich habe die Wahrheit nicht gefunden,
deshalb bin ich nach Europa gegangen.
Meine Meister waren Bücher und die Wahrheit.“

El Arbi Bouqdib im Interview 24. - 29. August 2015