El Arbi Bouqdib (frühe 70er)
El Arbi Bouqdib (2013)

El Arbi Bouqdib Archive (EBA)

Als der Mathematiker, Biochemiker, Koranforscher, Astrologe und Poet El Arbi Bouqdib im März 2016 in Bremen, Deutschland verstarb, hinterließ er maßlose und noch zu vermessende Geheimnisse. Diese auszuloten, wurde 2017 das El Arbi Bouqdib Archive (EBA) gegründet.

Tätigkeit, Ziel und Aufgabe dieser Entität ist es, aus dem Leben und der Arbeit Bouqdibs zu berichten. Dokumentierend, Poetisch, wissenschaftlich, enigmatisch, hermeneutisch, psychoanalytisch, dekonstrukitv, magisch, offen. Das EBA ist Teil von Bublitz Thesaurós und wird von Joseph Bouqdib und JMH Schindele administriert.

20.000 nachgelassene Objekte. Sukzessive werden diese durch und in unterschiedliche Medien verwandelt. Die ersten Schritte unternimmt der Ausstellungs- und Konzertzyklus Elies Miniatures. Ein holomediales Gesamtkunstwerk, das persische Klassik mit zeitgenössischer Kunst und ihrem Reigen an Medien verknüpft. Ein fortlaufendes Werk von Elshan Ghasimi, Michal Martychowiec, JMH Schindele in Zusammenarbeit mit dem El Arbi Bouqdib Archive.

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Über El Arbi Bouqdib

"Ich habe mir schon immer die Kunst gewünscht, wenn es regnet,
den Regen durch Erklärungen in Sonnenschein umzuwandeln."

Aus einem Notizbuch E. Bouqdibs, 1987

Als El Arbi Bouqdib am 12. März 2016 starb, hinterließ er maßlose und noch zu vermessende Geheimnisse. Bouqdib beschäftigte sich mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Wissensbereiche. So arbeitete er als Mathematiker u.a. an dem Beweis des großen Fermatschen Satzes, schrieb Computerprogramme, beschäftigte sich mit der Physik des Denkens, versuchte sich dem 'Handlesen' wissenschaftlich zu nähern, arbeitete zu magischen Quadraten und stellte selbst eine Farblehre auf. Bis in seine letzten Stunden arbeitete er an der Entschlüsselung des großen Zahlencodes, den er im Koran vermutete.

Bouqdib wurde 1947 in Marokko geboren. Er entstammt einer Sufifamilie und war seit früher Jugend genauso von der Wissenschaft wie dessen Grenzphänomenen fasziniert. So forderte er mich bei einem Interview, das ich für "Bublitz" im vergangenen August führte, auf, jede seiner Feststellungen zu überprüfen und in "das Licht der Wissenschaften und Falsifizierung" zu stellen.

Mit 19 Jahren zog er nach Europa, lebte in unterschiedlichen Städten und Ländern. Sicherlich müsste man ihn in diesen jungen Jahren als flamboyant bezeichnen. So schrieb er Gedichte und Geschichten, fuhr Motorradrennen, war Wissenschaftler und Mitarbeiter des LSD-Forschers und Chemikers Albert Hoffmann. In den letzten dreißig Jahren, die er in Deutschland verbrachte, war er jedoch isolationistisch und eigenbrötlerisch.

Bublitz wurde nun ein großes, ungeordnetes Konvolut unterschiedlicher Materialien zur Verfügung gestellt. Dieses besteht aus Notizbüchern, Fotos, etwa einem Dutzend von Bouqdib verfassten, jedoch niemals veröffentlichen Büchern, ungesichteten Festplatten und weiteren Dokumenten. Die nun anstehende Aufgabe ist es, diese zu archivieren und im Dialog mit der Familie eine angemessene Präsentationsform zu entwickeln, um die Person, aber insbesondere die Arbeit des Wissenschaftlers, Forschers und Mystikers, aber auch des unter der Perspektive der Kunst akribischen Outsider-Künstlers zu vermitteln.

JMH Schindele, Sommer 2016

„Ich habe die Wahrheit nicht gefunden,
deshalb bin ich nach Europa gegangen.
Meine Meister waren die Bücher“

El Arbi Bouqdib im letzten Interview mit JMH Schindele 24. - 29. August 2015

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