Aktuelles

Sonderöffnungszeiten – Berlin Art Week and Gallery Weekend Berlin

Bublitz. Thesaurós. Uhlandstraße.
Programm 2020

Schaufenster des Thesaurós in Berlin mit einem großen Panda-Bild und roter Leuchtschrift über dem Eingang

Sonderöffnungszeiten
Berlin Art Week und Gallery Weekend Berlin

Liebe Gäste,

aus Anlass der Berlin Art Week Berlin und dem Gallery Weekend Berlin freut es uns Ihnen unsere Sonderöffnungszeiten der Ausstellung Nachricht vom letzten Menschen von Michal Martychowiec mitzuteilen.

10.09.20 Donnerstag 15 – 18 Uhr
11.09.20 Freitag 15 – 18 Uhr
12.09.20 Samstag 15 – 18 Uhr

Installationsansicht: Wand mit leeren Glasrahmen, einer Panda-Fotografie und einem Go-Brett mit Pandamaske

ÖFFNUNGSZEITEN & ADRESSE

Mυθοποίηση – Mythopoesis

Nachricht vom letzten Menschen

Laufzeit: 30. August – 11. Oktober 2020
Öffnungszeiten: Dienstag & Samstag 15 – 18 Uhr.

Persönliche Besichtigungstermine nach Vereinbarung.
Auch für Besuchergruppen bis drei Personen.
Eintritt & Führung kostenlos.

Bublitz. Thesaurós. Uhlandstraße.
Uhlandstraße 147
10719 Berlin

Gott lacht III: Der letzte Mensch und der Erste Gott | Knodt und Ghasimi

Bublitz. Thesaurós. Uhlandstraße.
Programm 2020

Gott lacht. Ein geheimer Polytheismus unserer Zeit.
Thema 3
Der Letzte Mensch und der Erste Gott (Über Kunst und Gottesgeburten in post rationalistischen Gesellschaften)

„Man wird nicht mehr arm und reich: Beides ist zu beschwerlich. Wer will noch regieren? Wer noch gehorchen? Beides ist zu beschwerlich. […] Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht, aber man ehrt die Gesundheit. ‚Wir haben das Glück erfunden‘ – sagen die letzten Menschen und blinzeln.“

Friedrich Nietzsche – Also sprach Zarathustra, Vorrede

Liebe Interessierte und Sympathisant*innen lachender Götter und Göttinnen, Liebe Leserin, lieber Leser,

recht herzlich laden der Philosoph Reinhard Knodt, Elshan Ghasimi und Bublitz zum mittlerweile dritten Teil der Vortrags- und Diskussionsreihe Gott lacht ins Schloss Steinhöfel nahe Berlin. Thema unseres kommenden Treffens am 23. September ist der ‘letzte Mensch und der Erste Gott’.

In Korrespondenz zu der aktuellen Ausstellung von Michal Martychowiec (Nachricht vom letzten Menschen) macht sich Knodt auf die Fährte des letzten Menschen in den dunklen Wald der heutigen Götternacht und findet dort – den Ersten Gott. Klingt mystisch? Das ist es auch.

Besonders freut uns, dass wir die Tar-Virtuosin und -Meisterin Elshan Ghasimi (Klassische Persische Musik) für die Veranstaltung begeistern konnten. Ghasimi wird Vortrag und Gespräch mit einem Konzert in der Kapelle des Schlosses Steinhöfel einleiten!

Zum Thema seines Vortrags schreibt Knodt:

„Die Überlegungen Nietzsches zum ‘letzten Menschen’ laufen darauf hinaus, dass sich jeder Rationalisierungsfortschritt aus der fruchtbaren Dichotomie von Mensch und Gott entfernen muss und sinnvolles Mitsein tötet. (…) Die romantische Philosophie seit Schopenhauer rührt hier an eine Debatte, wie sie bereits Jacob Böhme in seinem Entwurf von der Morgenröthe in ihrem Aufgang skizzierte, nämlich die Frage nach einer ‘Gottesgeburt’ durch uns und in jedem Einzelnen. Der Vortrag Gott lacht III zielt auf nichts weniger als die Gegenüberstellung der beiden berühmtesten Entwürfe zur Gottferne und ihre Verbindung mit der Kunst.“

Programm

14:30 – 15: 30 Ankunft & Kaffeetrinken

15:30 – 16:30 Spaziergang im Schlosspark und Konzert in der Schlosskapelle

16:30 – 19:00 Vortrag und Gespräch ‘Gott lacht III’

19:00 – xx:xx Gemeinsames Abendessen im Schloss. Für die Buchung eines Zimmers setzten Sie sich gerne mit dem Hotel Steinhöfel in Verbindung.

Für die Veranstaltung reichen wir den Selbstkostenpreis an unsere Gäste weiter. Dieser beträgt 50 € bzw. 30 € (mit/ohne Abendessen). Die Veranstaltung ist aus atmosphärischen Gründen auf zwölf Personen begrenzt, um Anmeldung wird gebeten: moderation@bublitz.org.

In den Kalender eintragen.

Wir freuen uns auf die geistigen Exkursionen und den gemeinsam genossenen Wein!

Julian M. H. Schindele

 

ERÖFFNUNG: MORGEN – PANDA

Mυθοποίηση – Mythopoesis

Nachricht vom letzten Menschen
The Mythology of Michal Martychowiec

Liebe Besucherinnen und Besucher,

am morgigen Samstag (18 Uhr) eröffnet die erste Einzelausstellung von Michal Martychowiec im Thesaurós in der Uhlandstraße, Berlin. Ihr hoffnungsschwangerer Titel: Nachricht vom letzten Menschen. Fühlen Sie sich nochmals herzlich zu dieser Feierlichkeit eingeladen!

Michal Martychowiec, When I see a glass: gerahmtes Foto eines Pandas an einer weißen Galeriewand

Da die letzte E-Mail bereits für einige Kontroversen gesorgt hat – insbesondere um die Figur des 'Pandas' und dessen Assoziation mit dem letzten Menschen – hier als Appetizer eine Passage aus dem Ausstellungstext. Wie kommt der Künstler dazu, das süße, kleine, kuschelige und ach so liebenswerte Wesen mit dem letzten und dekadenten Menschen zu assoziieren? Ja es nachgerade in Gemeinschaft mit dem nihilistischen Todesgott selbst zu setzen?

„Der Panda ist im Werk Martychowiecs ein entlarvendes Symbol der Dekadenz im Mittelpunkt einer zeichenlosen und leer gewordenen Moderne. Er steht für den letzten Menschen am Ende der Geschichte; unfrei zwischen neoliberaler Normativität und der Entkopplung von seinem eigenen historisch-kulturellen Gewordensein. Als popkulturelles Symbol omnipräsent, kann er auch als ein Signum des chinesischen Aufstiegs und chinesischer 'Soft interpretiert werden. Ihre biologische Nische fanden die Pandas durch eine genetische Wirbelsäulenmutation, die ihnen erlaubte, komfortabel zu sitzen. Denn Bambus ist nährstoffarm und muss 16 Stunden am Tag gefressen werden. Die eigentlich schon ausgestorbene Spezies lebt überwiegend in sogenannten Panda-Villas. Dort werden sie von Wärtern und Psychologen rundum versorgt. Das Gros der Neuzeugungen geschieht durch künstliche Befruchtung.“

Michal Martychowiec, Everything about the contemporary is panda (Bethan Huws), 2017: Pandaskelett mit dem Text „What is often hard to see in a work is its middle“

Fragen Sie sich mit uns zusammen, was die Nachricht vom letzten Menschen sein könnte?

Wir wissen es nicht und können nur deuten.

Herzlich,

Ihr Julian M. H. Schindele

Michal Martychowiec: zwei leere Glasrahmen lehnen an einer weißen Wand

OPENING HOURS & ADDRESS

Opening Reception: 29th of August, 2020, 6:00 p.m.

Duration: 30th of August – 11th of October, 2020
Opening times: Tuesday & Saturday 3 pm – 6 pm.

Personal viewings and group visits for up to three people by appointment.
Admission & guided tour free of charge.

Bublitz. Thesaurós. Uhlandstraße.
Uhlandstraße 147
10719 Berlin

ERÖFFNUNG: Nachricht vom letzten Menschen: The Mythology of Michal Martychowiec

Mυθοποίηση – Mythopoesis

Nachricht vom letzten Menschen
The Mythology of Michal Martychowiec

Liebe Gäste, liebe Leser*Innen,

herzlich laden wir Sie zur Eröffnung der Ausstellung des polnisch-britischen Konzeptkünstlers Michal Martychowiec am 29. August, ab 18 Uhr, in den Thesaurós. Uhlandstraße. ein.

Die Ausstellung Nachricht vom letzten Menschen ist eine Exploration des symbolischen Zeichenkosmos und der neuen Mythologie Martychowiecs. Die zwei Hauptakteure dieser Ausstellung sind die Figur des ungläubigen Thomas und die Figur des Pandabären. Letzterer übernimmt im System des Künstlers die 'Rolle' des letzten Menschen wohingegen uns Thomas als der archetypische gläubige Zweifler entgegentritt.

Die Ausstellung ist der dritte Teil des von Julian M. H. Schindele kuratierten Zyklus Mυθοποίηση – Mythopoesis.

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Entsprechend der gebotenen Hygieneauflagen werden wir am Samstag den 29. August die Ausstellung von 18 Uhr – 20 Uhr eröffnen. Innerhalb dieses Zeitraums laden wir Sie ein, diese in Kleingruppen zu betreten. Vor der Tür der Uhlandstraße 147 gibt es entsprechende Getränke, Gespräch und Wegzehrung.

Ansonsten gelten unsere normalen Öffnungszeiten am Dienstag und Samstag Nachmittag von 15 – 18 Uhr sowie nach privater Vereinbarungen.

Michal Martychowiec: zwei große Glasscheiben in dunklen Rahmen lehnen an einer weißen Galeriewand
Michal Martychowiec – To be an artist: Nahaufnahme eines Pandas auf einem Ast mit dem Text „To be an artist but not noticed as an artist“

ÖFFNUNGSZEITEN & ADRESSE

Eröffnung 29. August 2020, 18 Uhr.

Laufzeit: 30. August – 11. Oktober 2020
Öffnungszeiten: Dienstag & Samstag 15 – 18 Uhr.

Persönliche Besichtigungstermine nach Vereinbarung.
Auch für Besuchergruppen bis drei Personen.

Eintritt & Führung kostenlos.
Bublitz. Thesaurós. Uhlandstraße.

Eine neue Plattform | Launch BUBLITZ OBJECTS

Bublitz Objects: Rautenemblem mit Unendlichkeitszeichen über dem Schriftzug „Objects“

Eine neue Plattform | Launch BUBLITZ OBJECTS

Liebe Freunde der Kunst,

Bublitz wächst und wir freuen uns, Ihnen heute eine neue Plattform vorzustellen. Bublitz Objects.

Auf der neuen Vermittlungs- und Verkaufsplattform finden Sie alle Details zu Kunstwerken und Ausstellungen, Hintergrundinformationen von den Künstlern selbst, kunsthistorische Interpretationen sowie auch Beratung und Kontakt.

Objects wurde für Sie, die Enthusiasten und Enthusiastinnen unserer Arbeit, für Freunde und Sammler der Künstlerinnen und Künstler und mit dem Ziel, zukünftig noch tiefer und unmittelbarer eintauchen zu können, konzipiert.

Frohe Sommertage und viel Freude wünscht Ihnen, im Namen von Bublitz,

Julian M. H. Schindele

Hier kommen Sie zur Galerie der aktuellen Ausstellung Marianische Antiphonen I von GABRIEL.

GABRIEL – MA I – Die geleitete Feder, 2019: gerahmte Fotografie zweier Frauen auf den Stufen eines reich verzierten Kirchenportals

Hier kommen Sie zur Übersicht von Bublitz Objects und seinen unterschiedlichen Galerien.

Bublitz Objects: Rautenemblem mit Unendlichkeitszeichen über dem Schriftzug „Objects“

Einblicke in ein künstlerisches Universum

Mυθοποίηση – Mythopoesis

GABRIEL
Marianische Antiphonen I

„Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir“

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde!

In künstlerische Universen einzudringen ist für alle von uns so faszinierend wie schwierig. Wie meint der Künstler, die Künstlerin seine/ihre Werke? Meint er/sie überhaupt etwas Spezifisches oder deutet er/sie nicht eher in unterschiedliche Richtungen? Wie lässt sich eine künstlerische Sprache entziffern, verstehen und nachvollziehen?

Mit dem Werk von Gabriel und der aktuellen Ausstellung verhält es sich nicht anderes: Wir müssen uns erst einschwingen, Zugänge schaffen und seine Sprache kennenlernen. Denn Enthusiasmus wächst mit der Beziehung, die wir zu jemanden oder auch etwas aufbauen.

Solcherlei Fragen, beschäftigen uns als Kuratoren und Vermittler. Daher möchten wir Sie mit diesem Rundbrief und in Zukunft mit in die aktuelle Ausstellung nehmen und Ihnen einige, besonders wichtige und/oder exemplarische Werke vorstellen. Kommen Sie also mit uns und dem Künstler auf die Templerburg Convento de Cristo in Tomar, Portugal. Es war der 5. August 2019 als hier die Performance Marianische Antiphonen I „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir“ stattfand. Eine Pilgerstation Gabriels auf der Suche nach dem Heiligen. Ein mythisches Abenteuer am Ende der 10er Jahre des 21. Jahrhunderts.

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Natürlich ist auch die physische Ausstellung im Thesaurós. Uhlandstraße. weiterhin und bis zum 8. August für Sie geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen zu dieser finden Sie hier.

 

Einblicke in die Ausstellung

Installationsansicht: weißer Raum mit der Fotografie eines Mannes in Badehose, einer weiteren gerahmten Fotografie und einer Vitrine mit roten Büchern

Installationsansicht Marianische Antiphonen I

GABRIEL & Julian M. H. Schindele – Marianische Antiphonen I (Tafel), 2020: gerahmte Tafel mit Reihen kleiner Fotografien und Textkarten

Gabriel und Julian M. H. Schindele (Konzept), Stefan Hähnel (Fotografien) Marianische Antiphonen I (Tafel), 2020 Pigmentdruck auf Photo Rag Baryta, Digitaldruck auf Papier, Karton, 80 × 120 cm

Marianische Antiphonen I (Tafel)

Zu jeder Performance gibt es eine sogenannte Tafel. Diese hier gibt uns in der Textbildkombination aus neun Fotografien und neun Textfragmenten Übersicht über den Ablauf der Geschehnisse der Performance vom 5. August 2019. In schlichten, teils humorvollen, teils dann doch wieder kryptischen Worten sind die wichtigsten Akte umrissen. Postfaktum rekonstruieren wir als Betrachter – selber poetisierend – die Vergangenheit, ihre Abläufe, Leerstellen, Physis und Zwischenräume.

Die wichtigsten Handlungen waren: Das Aufsuchen des Convento de Cristo. Das Laben nach langer Reise an einem Brunnen. Die Einkehr des ‚Soldaten‘, der seine Stiefel – sein wichtigstes Werkzeug – abstellt, diese putzt und sich im Anschluss in drei rituellen Akten reinigt. Das Betreten des Hauses Gottes, in das er das neugeborene Leben, den Kommenden Gott, trägt.1 (Dieser hat die Gestalt einer Babykatze, der Gabriel den Namen NEO gegeben hat.) Der Rauswurf durch einen Repräsentanten der Institution aus diesem Haus und die Rückkehr zum Ausgangspunkt und Ort des Reinigungsrituals. Dort verfasst Gabriel vier Briefe an die Hirtenkinder und Maria. Er wird zum Boten und erhält den inneren Auftrag, diese nach Fátima, zum Ort der Marienvisionen, zu tragen. Der weitere Verlauf dieser Reise ist Thema und Inhalt von Marianische Antiphonen II & III.

Marianische Antiphonen I (Tafel) - Detail

Marianische Antiphonen I (Tafel) - Detail

GABRIEL – MA I – Die geleitete Feder, 2019: gerahmte Fotografie zweier Frauen auf den Stufen eines reich verzierten Kirchenportals

Gabriel fotografiert von Stefan Hähnel MA I – Die geleitete Feder, 2019 Pigmentdruck auf Photo Rag Baryta, 80 × 120 cm

MA I – Die geleitete Feder

Hinter ihm ein mächtiges, spätgotisches Portal, sehen wir Gabriel. Sitzend, schreibend, konzentriert. Beim Anblick der Tür im Rücken des Künstlers mögen beinahe unweigerlich Assoziationen an eine Himmelpforte wach werden. Und tatsächlich liegt hinter ihr das Allerheiligste der Templerkirche: Die rekonstruierte Grabeskirche von Jerusalem. Das graphische Ornament der Türen, der reiche manuelinische Schmuck, die schwere Materialität des Gebäudes, sie scheinen in der Hitze des Tages und im Spiel von Licht und Schatten zu glimmen.

Unser Blick auf den Künstler wird von zwei weiblichen Rückenprofilen im Vordergrund gerahmt. Beobachten sie ihn, oder die Tür? Wie mag die Performance auf zufällig am Ort weilende Touristen gewirkt haben? Sind sie nicht wir, den Pilger zufällig entdeckend?

In der Hand hält er eine Feder. Gabriel schreibt. Um ihn unterschiedliche Schreibutensilien. Tinte, Papier, ein ihm wichtiges Buch von Spinoza und das rote Heft. Man meint auch eine Pfote von NEO hinter Gabriel hervorgucken zu sehen. Zu diesem Akt steht auf der Tafel: „Gabriel findet Ruhe. Er sitzt auf den Stufen vor dem manuelinischen Portal. Im inneren Wechselgesang schreibt er die vier Briefe an Maria und die Hirtenkinder.“ Diese Briefe lassen ihn zum Boten werden. Er hat den Auftrag erhalten, diese nach Fátima, zum Ort der Marienvisionen an die Steineiche zu tragen. Was mag ihr Inhalt sein?

GABRIEL – MA I – Die Dritte Waschung oder die Honigtaufe, 2019: ein Mann in Badehose gießt sich vor einer Steinmauer Wasser über den Kopf

Gabriel fotografiert von Stefan Hähnel MA I – Die Dritte Waschung oder die Honigtaufe, 2019 Pigmentdruck auf Photo Rag Baryta, 200 × 135 cm

MA I – Die Dritte Waschung oder die Honigtaufe

„Ich Mensch, ich bin schmutzig und bevor ich das Heiligtum betrete, muss ich mich reinigen. Das erfordert der Respekt vor den Symbolen und dem eigenen Glauben.“

Ein klassischer, fast geometrischer Bildaufbau. Im Vordergrund sehen wir Gabriel, beinahe nackt, in einem Moment, in dem er sich mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit überschüttet. Er steht auf den Steinplatten des Hofes des Convento de Cristo, unter ihm eine quadratisch gefaltete Decke – der markierte Urraum. Vor ihm die Instrumente seiner Waschung. Olivenöl, Milch, Honig, Wasser. Hinter ihm eine Wand, die durch ihre Architektur beinahe ein Kreuz bildet. An ihr stehen die geputzten Schuhe des Pilgers.

Die Fotografie trägt den Namen Die Dritte Waschung oder die Honigtaufe und zeigt den letzten der drei symbolischen Reinigungsakte, bevor Gabriel das Innere des Convento de Cristo betritt. Die für diese Rituale verwendeten Elemente, die in ihrer symbolischen Qualität in unterschiedlichste Winkel der globalen (Kultur-)Geschichte weisen, vereint die Qualität, Archebilder der Reinheit und des Unbefleckten zu sein.

Der Protagonist selbst hat die Augen geschlossen, seine gesamte Aufmerksamkeit scheint ins Innere gerichtet. Ein seltsamer Moment; eine nicht zu fixierende Bewegung scheint durch das ganze Bild nach unten zu führen. Pathos und Ruhe, Aktivität und Stillstand, Fluss und Meer. Polares miteinander verquickt.

GABRIEL & JMH Schindele – Karte I: 15.9.2015–7.8.2019: gerahmte Satellitenkarte Europas und Nordafrikas

Gabriel in Zusammenarbeit mit Julian M. H. Schindele Karte I – 15.9.2015–7.8.2019, 2019 Pigmentdruck auf Photo Rag Baryta, 54 × 97 cm

Karte I – 15.9.2015–7.8.2019

„Wir haben zwei Juwelen, die Welt und die Zeit.“ In der Arbeit Karte I – 15.9.2015–7.8.2019 spiegelt sich diese Aussage Gabriels. Wir sehen einen Ausschnitt unseres blauen Planeten. Dieser reicht, von Ost nach West, vom Ostufer des kaspischen Meeres bis zu den Azoren im Atlantik. Von Nord nach Süd sehen wir die Fjorde Norwegens, die Spitze des Sinai und das rote Meer als Begrenzungen. „Pilgerschaft ist immer auch Zeugenschaft und meine, wie der vergängliche Hauch eines Bindfadens auf diese Karte gelegte Spur ist genau dies. Zeugenschaft und Erinnerung. Ich sehe die alten Pfade und Wege als die Blutgefäße, die unseren Kontinent verbunden haben und noch verbinden.“

Die titelgebenden Daten markieren den Beginn der Pilgerschaft – der Performance WEG – am 15. September 2015. Die ‚Aufzeichnung‘ endet mit der performativen Erzählung Marianische Antiphonen III am 7. August 2019.

Installationsansicht: gerahmte Satellitenkarte Europas an der Wand, darunter eine Vitrine mit roten Büchern

Installationsansicht Marianische Antiphonen I

GABRIEL
Marianische Antiphonen I
„Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir“

Öffnungszeiten: Dienstag & Samstag, 15–18 Uhr
Laufzeit: 14. Juni–8. August 2020

Persönliche Besichtigungstermine nach Vereinbarung.
Auch für Besuchergruppen bis drei Personen.
Eintritt & Führung kostenlos.

Bublitz. Thesaurós. Uhlandstraße.
Uhlandstraße 147
10719 Berlin