thesaurós

Einladung – Ausstellung ‚Tempel auf Zeit‘

Einladung – Ausstellung ‚Tempel auf Zeit‘

Mυθοποίηση
Tempel auf Zeit

16. Februar 2020
Vier Uhr Nachmittags
Thesaurós. Berlin

 

 

„Alle Geschichte ist transparent
nach dem Ewigmenschlichen hin,
ist das Vertraute im Fremden;
eben darin liegt ihre Aktualität.“

Golo Mann.
Ansprache am 29. dt. Historikertag 1972

7. Februar 2020

Sehr verehrte Damen und Herren,

mit dieser Erinnerung Golo Manns an die Ewigkeit der Geschichte möchten wir Sie zur Eröffnung der Ausstellung Tempel auf Zeit einladen.

Der neue Thesaurós Raum in Berlin öffnet am Sonntag den 16. Februar um vier die Pforten. Kommen Sie zahlreich und mit Freunden!

 

Passagen aus dem Text der Ausstellung von JMH Schindele:

II

Die Suche nach Horizontverschmelzung

Tempel auf Zeit ist der Beginn einer auf etwa zehn Episoden angelegten Serie von Kunstausstellungen, die durch essayistische, poetisierende und kommentierende Mittel ergänzt werden.

Anliegen dieser Ausstellung ist die Betrachtung des Wechselspiels von Mythos und Poesie. Als lebensprägende Kraft und Grundriss menschlicher Existenz steht es im Mittelpunkt eines organischen Programms aus Gesprächen und Veranstaltungen und tritt uns in zehn Kunstwerken entgegen.

Diese stammen von:

El Arbi Bouqdib ARCHIVE, bearbeitet und romantisiert von Elshan GhasimiMichal Martychowiec und JMH Schindele.

GABRIEL, in Zusammenarbeit mit Stefan HähnelLaura Fociños Mantecón und JMH Schindele.

Elshan Ghasimi mit Friedrich Andreoni.

Hilarion Manero.

Michal Martychowiec.

GABRIEL Der Soldat der keinen Krieg führen sollte

GABRIEL interpretiert von Stefan Hähnel. Der Soldat der keinen Krieg führen wollte.

„… wie die Karte Europas und des fruchtbaren Halbmonds. Auf ihr sehen wir die Spur des
langsam sichtbar werdenden Werks des wandernden Eremiten Edwin William Moes und
seiner Gestalt GABRIEL.“

1-4 | Rosicrucian Ephemeris 1900-2000: At Midnight, 0 Hour Tdt | April 1947 – May 1947 (1984)

1-4 Rosicrucian Ephemeris 1900-2000 at Midnight | April 1947 – May 1947 (1984). Ein Objekt aus dem El Arbi Bouqdib ARCHIVE.

„… in einer Vitrine ein Objekt aus dem Nachlass des arabischen Biochemikers und Mystikers El Arbi Bouqdib.
Rosicrucian Ephemeris 1900-2000, ein Buch, die Sternkonstellationen des vergangenen Jahrhunderts,
aufgeschlagen am vermeintlichen Geburtsmonat Bouqdibs: April 1947.

Die Komponistin und Tar-Virtuosin Elshan Ghasimi hat es 2018 musikalisch bearbeitet.
Aber was ist es, welcher Sphäre gehört es an?“

Michal Martychowiec - What remains the poets provide

Die Arbeit What remains the poets provide von Michal Martychowiec
ist eines der Schlüsselwerke in dieser Ausstellung.

ÖFFNUNGSZEITEN & ADRESSE

Eröffnung 16. Februar 2020, 16 Uhr.

Öffnungszeiten: Dienstag & Samstag 15 – 18 Uhr.

Persönliche Besichtigungstermine nach Vereinbarung.
Auch für Besuchergruppen bis fünf Personen.
Eintritt & Führung kostenlos.

BUBLITZ. THESAURÓS. UHLANDSTRAßE.
Uhlandstraße 147
10719 Berlin

Posted by Joseph in Aktuelles

New Music for the old Ceremony

Elshan Ghasimi - Elies Miniatures I & II

 

 

Sehr verehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Freundinnen,

im Sommer letztes Jahres begaben sich Elshan GhasimiMichal Martychowiec und JMH Schindele auf die Spuren des 2016 verstorbenen Mathematikers, Biochemikers, Magiers und Dichters El Arbi Bouqdib. Mit Hilfe der Familie und insbesondere des, noch von seinem Vater eingesetzten, Nachlassverwalters Joseph Bouqdib, wurde das sogenannte El Arbi Bouqdib Archive gegründet.

Anliegen dieses Archivs ist es, auf Grundlage der etwa 20000 nachgelassenen Dokumente, den Lebensweg dieses außerordentlichen Einzelgängers nachzuzeichnen. Poetische Erinnerungsarbeit zu betreiben.

Nun haben die archivarisch-archäologisch-artistischen Schürfarbeiten die ersten Schätze zu Tage gebracht. Die Virtuosin Elshan Ghasimi hat sich von einzelnen Objekten inspirieren lassen und wir freuen uns über ihre live Alben Elies Miniatures I – Ein Garten singender Dinge und EM II – Archivblumen und die Fertigstellung der Videoarbeit zu diesen.

Aus Anlass der Publikation wurde zudem der Musikverlag Bublitz Music gegründet. Dieser wird sich perspektivisch vor allen Dingen the other classical musics – mit dem schönen Begriff des britischen Musikwissenschaftlers Michael Church gesprochen – widmen.

EG - Elies Miniatures performance

Ein kurzer Auszug aus dem Pressetext:

„Wie klingt ein Magnetfeldgenerator? Was spricht das letzte Feuerzeug? Wessen Hände treten uns entgegen und was hat es mit der Sternenkarte auf sich?

Elshan Ghasimis Konzeptalbum Elies Miniatures I – Ein Garten singender Dinge kombiniert klassische persische Musik mit dem Anspruch zeitgenössischer konzeptueller Kunst und der Aufarbeitung eines Archivs.

Mit höchster Sensibilität im musikalischen Ausdruck führt uns die Weltklasse-Solistin auf der Tar, in ein neues Melodien-Universum. Als Komponistin verschränkt sie dabei unterschiedliche modale Skalen des Radīfs , kombiniert diese mit Einflüssen und Elementen der Minimalmusik und verwebt Dichtung von Omar Chayyām, Hossein Gol-e-Golab, Hatef Esfahani und eigene Texte. Ghasimi tritt dabei als Komponistin, Solistin, Sängerin und Rezitatorin in Erscheinung.....“

Als Konzert- und Ausstellungszyklus ist Elies Miniatures eine fortlaufende Erzählung und eine neue Form Musik, bildende Kunst, und biographische Erzählung zusammenzuführen. Auf der Website zum Zyklus erfahren Sie mehr über den konzeptuellen und künstlerischen Rahmen des gemeinsamen Werks von Elshan Ghasimi, Michal Martychowiec und JMH Schindele.

 

-

 

Sie finden die Alben auf allen gängigen Plattformen.
Eine limitierte Edition auf Vinyl wird vorbereitet.

Jeffrey Arlo Brown hat Elshan Ghasimi für das Van Magazin porträtiert.

Porträt lesen.

Posted by Joseph in Aktuelles
Elshan Ghasimi – Excerpts of the Radīf I – V | Erste Einführung

Elshan Ghasimi – Excerpts of the Radīf I – V | Erste Einführung

Liebe Leserinnen und Leser,

Excerpts of the Radīf. Angebote von Exzerpten, konzentrierten Auszügen aus dem Kanon persischer Klassik. Hochkultur und Musik. Manchmal begreift man erst im Nachhinein, welches Glück einem zu Teil wird.

Von solchem Glücken und solchen Glücksfällen können wir berichten. Ein schillerndes Beispiel, das Zusammentreffen und die Arbeit mit der Tar-Virtuosin und Komponistin Elshan Ghasimi 2015. Weltweit die einzige Meisterin ihres Instruments.

Und mit Glück schreiben sich in der Retrospektion Geschichten kurios: So tat, in dem Moment, als wir den Ausstellungszyklus Mnemosyne zur europäischen Identität lancierten, unser Themenspektrum einen gewaltigen Sprung. Plötzlich stand mit Ghasimi die persische Klassik und mit der Übernahme des Nachlasses El Arbi Bouqdibs auch die arabische Tradition im sich erweiternden Fokus unserer Arbeit.

Doch wie schafft man Begeisterungen und nähert sich auf verständige Weise einer fremden Zivilisation und Weltkultur? Wie kann dies jenseits von Exotismus und Weltmusik, von Repetition und Standardvokabeln, geschehen? Denn die Nivellierungen der Popkultur taugen schon sicher dem Begriffe nach nicht, eine vibrierende und uns dazu noch verborgene Klassik zu entbergen. Wir müssen also andere Wege einschlagen.

Aus diesen Gedanken und im Gespräch mit Ghasimi entstand die Reihe Excerpts of the Radīf: Eine Einführungsreihe, theoretisch, doch flamboyant, komplex doch mit offenen Armen für offene Ohren und Geister. Eine Einladung zur Exploration einer noch unbekannten und arkanen, harmonischen und vielsprechenden Jadewelt.

Auftakt und Eröffnung ist am 15. November um 20 Uhr in Berlin.

Literaturhaus Lettrétage, Mehringdamm 61.

Im Namen von Ghasimi und des Bublitz Netzwerks,

 

JMH Schindele
Künstlerischer Leiter | Bublitz

 


 

… so kamen wir zu Formaten der Medien- und Zeitkonvergenz wie Elies Miniatures. Einem exemplarischen Zentaur aus Ausstellung, Konzert, Archivarbeit und ritualisierter Erinnerung. Die erste große Produktion von Bublitz Thesaurós mit Elshan Ghasimi.

Notiz zum Radīf

Ein Radīf  (deutsch ReiheFolgeRangordnung) ist eine Sammlung hunderter, zählt man die Radīfsunterschiedlicher Meister (Ostād)tausender melodiöser Figuren. So genannter Guschehs. Diese Melodien sind innerhalb von zwölf Tonsystemen organisiert. Diese heißen Dastgāh und Awaz.

Der Meister oder die Meisterin improvisiert auf Basis dieser Melodien und webt Sie, flächig oder gebrochen, ineinander. Diese Improvisationen sind, nicht ganz unähnlich dem Jazz, die höchste Art der Aufführung und Praxis dieser Kunst.

2009 wurde der Radīf von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Doch Geschichte existiert bekanntlich nur in der lebendigen Überlieferung., im individuellen und herausfordernden Aktualisierungs- und Aneignungsprozess.

Ghasimi wird, in Ihrer fünfteiligen neuen Reihe, jeweils ein oder zwei der unterschiedlichen Tonsysteme (Dastgāh und Awaz) vorstellen und innerhalb dieser Improvisieren.

Ihre Instrumente: Tar und Setar.

Posted by Joseph in Aktuelles