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„Wo, um Himmelswillen, liegt dieses Athen?“

„Wo, um Himmelswillen, liegt dieses Athen?“

„Wo, um Himmelswillen, liegt dieses Athen?“
„Fern, fern im Westen. Dort, wo Helios,
unser aller Herr, die Sonne, versinkt.“

— Aischylos, Die Perser. Wiedergegeben von Durs Grünbein

Berlin, 14. Oktober 2025

Liebe Freundinnen und Freunde, 

wie Sie und ihr wissen, setzt sich Bublitz seit beinahe fünfzehn Jahren für die Zelebration der Hochkulturen ein – als Essenz des menschlichen Geistes. Dabei diskriminieren wir nicht, solange es sich um Hochkultur handelt. 

Die persische und die europäische Kultur sind seit ihren Anfängen eng miteinander verflochten und teilen viele Ursprünge. Mit Herodots Historien löste sich die Geschichtsschreibung erstmals von der Mythologie und schuf die Grundlagen der historischen Analyse. Sie erzählen vom Aufstieg Persiens zum hegemonialen Großreich unter der Dynastie der Achämeniden. Rund vierzig Jahre zuvor, 472 v. Chr., verfasste der Tragödiendichter Aischylos mit Die Perser das älteste überlieferte Theaterstück der Menschheit. 

Eines der vielen vergessenen und doch so fundierenden Koinzidenzen der europäischen Hochkultur ist eben diese jahrtausendealte Verbindung zwischen Europa – beziehungsweise Griechenland – und dem persischen Kulturkreis. Ende vergangenen Jahres ergab sich die Gelegenheit – noch über Zack Snyders 300 hinaus – dieser Beziehung in der Antikensammlung in München ein Denkmal zu setzen und zugleich dem romanistischen Wunsch nach der Wiederbelebung der Gött*innen zu frönen. 

In einem Akt performativer wie konzeptueller Erinnerungskultur lässt die Târ-Virtuosin Elshan Ghasimi die uralten Verflechtungen zweier Kulturkreise aufleben. Pallas Athena, Göttin der Weisheit, wird zur Patronin ihrer Neuinterpretation des Radif, des Repertoires der klassischen persischen Musik. Der barbarinische Faun und die archaischen Kouroi treten dabei in einen poetischen Dialog mit dem persischen Epos Shahnameh und der Trompete Philipp Püschels – weitere Aufbrüche in einer mindestens 2500-jährigen Geschichte. 

Wie sonst könnten wir die Götter rufen, als mit Musik, Versenkung und Konzentration? 

Zu dieser Gelegenheit möchten wir auf das Jubiläumskonzert am 8. November im Morphine Raum hinweisen. In diesem Setting entsteht gemeinsam mit dem Publikum eine Live-Aufnahme – ein klingendes Kondensat aus neun Jahren künstlerischer Arbeit. 

Viel Freude – und vergessen wir nicht, frei nach Romain Rolland:
Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens. 

Gruß
JMH Schindele 

Die Reinterpretation des Radif in der Glyptothek München | Elshan Ghasimi

SHAHNAMEH in der Glyptothek München | Elshan Ghasimi & Philipp Püschel

Elshan Ghasimi im Gespräch

© alle Medien Georg Stirnweiß und Elshan Ghasimi

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Elshan Ghasimi – „Tasneef“ · Fr 12.9. · 18:00 · Tieranatomisches Theater

Elshan Ghasimi – „Tasneef“ · Fr 12.9. · 18:00 · Tieranatomisches Theater

© rtr mediaproduction

© rtr mediaproduction

Liebe zu Enthusiasmierende, 

am Freitag, 12. September 2025, spielt Elshan Ghasimi das vierte und vorläufig letzte Konzert ihres Zyklus „Tasneef“ im Tieranatomischen Theater (Campus Nord, Philippstraße 13, Haus 3, 10115 Berlin). 

Beginn: 18:00 Uhr

Ein früheres Eintreffen ermöglicht auch einen Blick in die kleine Dauerausstellung und die modellklassizistische Architektur des Hauses. 

Eintritt frei. 

Alle Konzerte von Elshan Ghasimi

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Screening & Finissage · Tasneef-Finale · Morphine-Raum

Screening & Finissage · Tasneef-Finale · Morphine-Raum

Liebe Feiertagsgemeinschaft, 

der Sommer neigte sich dem Ende zu, bevor er begann – und nun stehen die vielen Festivitäten der Herbstsaison vor der Tür. 

Mit Freude darf ich Ihnen berichten, dass das „finale“ Tasneef-Konzert von Elshan Ghasimi nach einigem Hin und Her, Wasserbrüchen und higher forces nun in einem der schönsten Orte Berlins stattfinden wird: am 12. September 2025 im Tieranatomischen Theater (Charité-Gelände, Berlin-Mitte). Beginn ist um 18 Uhr – kommen Sie gern etwas früher, um die außergewöhnliche Architektur und die kleine Dauerausstellung zu sehen.

Der Eintritt ist frei. 

©Madeleine Brunnmeier_Bild ©Morgan_Gestaltung

©Madeleine Brunnmeier_Bild ©Morgan_Gestaltung

Morphine Raum · ‚Recording Session‘ von Elshan Ghasimi am 8. November 

Schon heute möchten wir Sie auf eine besondere Gemme hinweisen: Am 8. November lädt Elshan Ghasimi in den Morphine Raum ein. Der Ort, betrieben von Morphine Records, ist Studio, Bühne und Klanglabor zugleich – intim, reduziert aufs Wesentliche, ausgestattet mit handgefertigten skulpturalen Lautsprechern. Gegründet mitten im Pandemiebeginn, hat sich der Raum zu einer lebendigen Schnittstelle internationaler Musik entwickelt – ein Rückzugsort für Kollaborationen, Aufnahmen und Experimente jenseits aller Genregrenzen.

In diesem Setting entsteht gemeinsam mit dem Publikum eine Live-Aufnahme – ein klingendes Kondensat aus neun Jahren künstlerischer Arbeit. 

Sergey Bratkov, Endless War, 2007, Video, 2,30min

Sergey Bratkov, Endless War, 2007, Video, 2,30min

Screening & Finissage · An der Schwelle: EXIL  

Am 3. September um 17 Uhr laden wir Sie und Dich in die Kommunale Galerie Berlin zum Screening von Filmen von Sergey Bratkov (Infinite War, Exile), Ula Golub (Arche Noah), Jalal Maghout (Have a Nice Dog!), Aline Kleytman (Place to See Before You Die), Oksana Kazmina (Yellow Dress) und Oksana Chepelyk (Chronicles of War). 

Das Screening ist Teil der von Eleonora Frolov kuratierten Ausstellung An der Schwelle: EXIL. Sechs künstlerische Positionen aus der Ukraine und Syrien übersetzen Krieg und Exil nicht in bloße Dokumentation, sondern in poetische, visuelle und erzählerische Formen. So entsteht ein Panorama aus Isolation, Flucht, Fragmentierung – und der Sehnsucht nach Ankommen, dass die Ausstellung für einen Nachmittag
→ Weiterlesen zum Screening und zur Ausstellung 

Am Sonntag, den 7. September, 15–18 Uhr, schließt die Ausstellung mit einer Finissage und einer Kuratorinnenführung durch Eleonora Frolov. 

 

Wir freuen uns, Sie bei einer oder mehreren dieser Gelegenheiten zu sehen. 

Mit herzlichen Grüßen
Julian Malte H. Schindele 

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