Neuer Thesaurós-Künstler Gabriel

© Laura Fociños Mantecón

Die Bublitz gGmbH freut sich mit Gabriel den dritten Künstler im exklusiv-kosmogonischen Kreis von Thesaurós zu begrüßen.

Gabriel ist ein Libertin, Tänzer und Narr. Er wurde in den späten 1960er Jahren in den Niederlanden geboren. Nach der an einer Verletzung gescheiterten Karriere als Tänzer begab sich Gabriel auf die Spuren der eigenen Person. Er streifte ein Alter Ego ab und wurde zu einem Künstler, dem, so muss man wohl sagen, die prophetische Verkündigung nicht fremd ist...

Seit Anfang der 2000er Jahre beschäftigt er sich mit Erinnerungskultur und arbeitete an den sogenannten Forgotten Rooms, die er als Raumskulpturen begreift und bezeichnet. Auch schuf er das dialogisch-dynamische Gesamtkunstwerk De Sade-Haus. All dies geschah in der historischen Fachwerkstadt Melsungen, vor den Toren Kassels. Diese unabgeschlossenen Großinstallationen musste Gabriel jedoch 2014 wegen mangelnder Unterstützung seitens der Politik und Bevölkerung aufgeben.

Nach dieser persönlichen Niederlage entschloss er sich, 2015 spontan aufzubrechen. Er begab sich auf einen Pilgerweg, der ihn aus den Niederlanden zu einem der drei großen christlichen Pilgerorte führte, nach Santiago de Compostela. Die Entscheidung für die Pilgerschaft war unmittelbar, er verließ das Haus im September. Die ersten 4000 Kilometer vor ihm.

Nachdem Santiago im Frühjahr 2016 erreicht war, ließ sich Gabriel durch seine eigene Suche und die sozialen Proteste und Bewegungen anregen. Mehr als zwanzig Performances sind dokumentiert. Sie sind theatralisch, bildgewaltig, mystisch und das Resultat eines knappen Jahres Arbeit.

Seitdem ist der Wanderer weitergezogen. Nun unterwegs nach Jerusalem: durch die Wüsten, Flüchtlingsströme, Umbrüche, Kriege im Ausbruch und in Latenz. Durch den Nordens Afrikas.

Bublitz begleitet und unterstützt Gabriel auf seinem Weg. Seine Pilgerreise, Performances, Audiodokumente usw. sind Teil des Mnemosyne-Projektes. Hier präsentieren wir Ihnen einige der Dokumente und Kunstwerke, die seit 2016 entstanden. Diese sind teils im Dialog mit der spanischen Künstlerin und Fotografin Laura Fociños Mantecón realisiert und von ihr festgehalten worden.