Josephine, reading history

von

Michal Martychowiec

 
 
 

Jahr

2017/2020

 

Material

two-channel 4K video, 21:46 min, 24:00 min

 

Preis

auf Anfrage

Josephine, reading history

Die Arbeit ist Teil des Werkzyklus Reading history

Im Schaufenster ein Sticker von Josephine, in den zwei Bildschirme eingelassen sind. Auf diesen laufen Videos einer jeweils identischen Handlung mit einem lebendigen Unterschied. Der Künstler rekonstruiert eine Go-Partie von Huang Jinxian und Chen Zude. Diese wurde im Mai 1966, wenige Tage vor dem Beginn der chinesischen Kulturrevolution, dokumentiert.

Doch auf einem der Spielbretter sitzt unsere süße Josephine und ‚stört den Lauf der Geschichte‘. Disruptiv stößt sie Steine hinunter, unberechenbar, übermenschlich, nervig, monumental.

Das Go-Spiel und die vielfältigen, dem Gegenstand bereits einlagernden Qualitäten spielen eine wichtige Rolle im Kosmos Martychowiecs. In seiner Sprache steht Go als Metapher für Geschichte, ja Kausalität schlechthin. Dazu muss man wissen, dass Go nicht nur das komplexeste – im Sinne der möglichen Spielzüge –, sondern auch das mit großem Abstand am längsten dokumentierte Spiel der Welt ist. Seit 193 n. Chr. sind vollständige Partien zwischen Prinzen, Königen, Großmeistern und sonstigen Granden der chinesischen Kultur aufgezeichnet. Die überzeugendste und wichtigste symbolische Qualität ist jedoch, dass in diesem Spiel ein einmal gelegter Stein nicht mehr bewegt werden darf. D. h. jeder Zug, jede Tat beeinflusst die nächste endgültig: die kausalen Räder greifen gut sichtbar und mit 'historischer Notwendigkeit' ineinander und treiben die Zeit voran.


Weitere Werke der Ausstellung

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