Titel unbekannt

von

Unbekannter Künstler (Frankreich)

 

Jahr

spätes 19. Jhd

 

Maße

23 × 13 × 13 cm

 

Material

Zinn

 

Preis

500€ (inkl. MwSt.)

Titel unbekannt

Gabriel sieht sein Denken und Handeln stark von der Imjaslawije-Bewegung inspiriert. Diese nimmt ihren Ursprung im russischen Mönchtum und gilt als eine der wichtigsten reformatorischen Strömungen der orthodoxen Kirche im 20. Jahrhundert. Ihr Kernsatz lautet: „Der Name Gottes ist Gott selbst“. Pawel Alexandrowitsch Florenski (1882–1937), einer ihrer wichtigsten Vertreter, fasste diesen Gedanken in folgenden Worten zusammen: „Aber ich habe damals den für meine spätere Weltanschauung grundlegenden Gedanken gefasst, nämlich, dass im Namen das Genannte, im Symbol das Symbolisierte, in der Darstellung die Realität des Dargestellten anwesend ist und dass daher das Symbol das Symbolisierte ist.“ Gedanken, wie sie später auch in der analytischen Philosophie – natürlich in eine ganz andere Richtung zielend – in der Nachfolge von Searle und Wittgenstein formuliert wurden.

Für Gabriel gilt also für die Anwesenheit der beiden Madonnenfiguren in der Ausstellung, dass diese auch eine Realpräsenz des Repräsentierten evozieren. Oder zumindest evozieren können. Wir treffen auf die Mutter Gottes in zwei unterschiedlichen Modi. Zwei Heldinnenfigurinen.

Der Schriftzug am Fuß der Madonnenfigur, die erhaben auf einer hölzernen Wandkonsole thront, lautet ND de LOURDES. Dies steht für ‚Notre Dame de Lourdes‘. Die gefundene Madonna eines unbekannten französischen Künstlers weißt somit nach Lourdes, den neben Fátima größte Marienpilgerort in Europa. Er wurde, etwa siebzig Jahre früher, ebenfalls nach einer Marienerscheinungen begründet. Gabriel spielt auf dieses wiederkehrende Phänomen durch die Dopplung der Madonnenfiguren wie auch die Thematisierung von Lourdes selbst an: Dies findet Form in einer französischen Marienstatue aus dem späten 19. Jahrhundert auf einem reich verzierten Sockel, auf dessen Vorderseite das Lamm Gottes in einen Strahlenkranz gefasst ist. Auch diese Figur scheint in Bewegung. Die Hände andächtig gefaltet, geht nichts Demütiges von ihr aus. Vor allen Dingen Schönheit, Anmut und Würde.


Weitere Werke der Ausstellung

Künstler GABRIEL & JMH Schindele
Name Zwei Antlitze – Die Wegkapellen-Madonna und die ephesische Artemis
Größe 67 × 21 × 15 cm / 29 × 18 cm
Jahr 2020

Künstler GABRIEL & JMH Schindele
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Jahr 2020

Künstler GABRIEL & JMH Schindele
Name Zwei Autoren: Feldarbeiter – Hausarbeiter
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Jahr 2020

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Größe 80 × 120 cm
Jahr 2019

Künstler GABRIEL
Name Urraum Altar & Die Dritte Waschung oder die Honigtaufe (Werkzeuge)
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Jahr 2017-2019

Künstler GABRIEL
Name MA I – Die Dritte Waschung oder die Honigtaufe
Größe 200 × 135 cm
Jahr 2019

Künstler GABRIEL
Name Die Pflanze homo absconditus
Größe 175 × 31 × 31 cm
Jahr 2020

Künstler GABRIEL & JMH Schindele
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Größe 24 × 25 × 33 cm
Jahr 1968–2019

Künstler GABRIEL & JMH Schindele
Name Karte I – 15.9.2015–7.8.2019
Größe 54 × 97 cm
Jahr 2019

Künstler Unbekannter Künstler (Frankreich)
Name Titel unbekannt
Größe 23 × 13 × 13 cm
Jahr spätes 19. Jhd.

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